Menschenschutz? Menschenverachtung!

Seit längerer Zeit gibt es in St. Sebastian heftige Debatten, wegen dem Bau und der Gründung der Wohngemeinschaften „Rheindörfer Platz 1-3“ , in dem Menschen mit Behinderung eigenverantwortlich mit fachgerechter Betreuung wohnen.
Grund für die Auseinandersetzung ist der Verein „Wohnen am Rheindörfer Platz e.V.“, der mit „feindlichen und verletzenden Kampagnen“ versucht, die Wohngemeinschaft zu unterbinden. Sie werben zwar, dass sie die „Lebens – und Wohnqualität rund um den Rheindörfer Platz für alle dort lebenden Menschen verbessern“, jedoch sind sie den behinderten Menschen gegenüber „feindlich gesonnen“. So drückt sich Katharina Pott aus. Sie selbst lebt in der Wohngemeinschaft und fühlt sich dort „sehr gut aufgehoben und wertgeschätzt“.
In letzter Zeit versuchte der Verein „Wohnen am Rheindörfer Platz e.V.“ bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Misshandlung vorzubringen, jedoch sind diese vor Gericht gescheitert. Trotz Untersagung der Anfertigung von Bild- und Tonmaterial wurden die Betreuten und ihre gesetzlichen Betreuer immer wieder fotografiert und gefilmt. Dies verstößt gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht.
Dazu Lorena Lotzen, Sprecherin der AG Inklusion der Koblenzer Jusos: „Wir können eine solche Einstellung der heutigen Gesellschaft nicht ertragen, denn das ist menschenverachtend.“ „Ein solches rechtes Verhalten ist nicht tolerierbar“, äußerte sich Josefin Friedmann, Sprecherin der AG Antifa, dazu.
Katharina Pott hat einen offenen Brief geschrieben, in dem sie sich über die Ungerechtigkeit, die sie und ihre Mitbewohner tagtäglich erleben, beklagt. Ihre Eltern, sowie andere Mitbewohner und deren gesetzlichen Vertreter haben den Brief unterzeichnet. Diesen Brief überreichte sie am Freitag, den 20.März 2015. Treffpunkt war an der Förderwohnstätte um 17.00 Uhr. Nach einem kurzen Weg von ungefähr 100m fand die Übergabe an Holger Bräuer, den 1.Vorsitzenden des Vereins statt.
Zu dem Marsch, der als Symbol der Zusammengehörigkeit galt, trafen sich viele Angehörige und Freunde zusammen. Vor der Haustür von Holger Bräuer sammelten sie sich und Frau Pott, die Mutter von Katharina, übergab sie den offenen Brief. Sie selbst sagte dazu: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass uns die Tür geöffnet wird, aber ich bin umso überraschter.“
Es soll nun ein Appell an alle sein, die sich rechte Verhalten nicht bieten lassen wollen. Inklusion behinderter Menschen in unsere moderne Gesellschaft ist ein Muss und lässt sich durch Angriffe und feindlichen Kampagnen einiger weniger nicht verhindern. Deshalb ist es umso schlimmer, dass es immer noch einige Menschen mit diesen rechten Ansichten gibt.

 

 

Einige Fotoimpressionen:

 

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